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Ronald van de Langenberg
Life Settlement Consultant
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6794 AL Leuvenheim,
Nederland

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Introduktion

Life Settlements, Hintergrund und Entwicklungen


“Kenn ich nicht, brauch ich nicht“, mit diesen Worten reagierten vor nicht allzu langer Zeit Anleger zum Stichwort Life Settlements. In den kommenden Jahren werden Sie jedoch mit Sicherheit mehr von dieser neuen Anlageform hören. Investitionen in amerikanische Life Settlement-Produkte verzeichneten in den letzten Jahren spektakuläre Zuwächse. Betrug der amerikanische Markt im Jahr 1998 noch 200 Mio. US $, gehen Schätzungen bezüglich der Investitionen im Jahr 2006 von 12 Milliarden US $ bis 18 Milliarden US $ (in versicherten Beträgen) aus!!! Seit 2002 verdoppelt sich der Markt beinahe jährlich. Der Grund für diese enormen Zuwächse ist offensichtlich: Bei der Investition in Life Settlements werden hohe Renditen an die einzige Sicherheit im Leben gekoppelt. Die Renditen betragen im allgemeinen ca. 10 % oder mehr und sind von Ölpreisen, Aktienkursen, Zinssätzen und anderen (ökonomischen) Marktfaktoren unabhängig.


Was sind Life Settlements?

Eine Life Settlement-Transaktion ist ein Vertrag, in dem der Eigentümer einer Lebensversicherungspolice diese Police verkauft und gegen Bezahlung die Rechte an einen Anleger überträgt. In den Vereinigten Staaten wird dies häufig als sekundärer Markt von

Lebensversicherungen bzw. Policen aus zweiter Hand bezeichnet. Diese Bezeichnung gibt jedoch nicht vollständig die Funktion wieder, die dieser Markt in der Zwischenzeit gewonnen hat.

Der Handel in Life Settlements ist in den Vereinigten Staaten zu Anfang der 90er Jahre durch den Ad-hoc-Verkauf und Übertragung von Policen an Anleger entstanden. Der Markt bot auf diese Weise insbesondere Aidspatienten die Möglichkeit, um in der letzten Phase ihres Lebens noch Träume zu verwirklichen oder Behandlungen zu finanzieren. Der Anleger hingegen kam in den Genuss eines hohen Grades an Sicherheit auf eine hohe Rendite. Der Typ Lebensversicherungen von ernsthaft erkrankten Menschen wird in der Branche im allgemeinen als ‚viatical settlements' bezeichnet.

In den darauffolgenden Jahren und insbesondere in den letzten fünf Jahren nimmt der Handel in ‚viatical settlements' nur noch einen relativ kleinen Teil des Handels in Life Settlement-Produkten in Anspruch. Der Handel konzentriert sich hauptsächlich auf Policen von Senioren (über 65 Jahre), die zwar eine medizinische Vorgeschichte haben, aber dennoch über eine Lebenserwartung von teilweise zwölf Jahren oder mehr verfügen.


Wie erklärt sich die Rendite wirtschaftlich?

Der wirtschaftliche Grund für die Existenz dieses Marktes hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. In erster Linie konnte man bereits jahrelang einen enorm gehäuften Verkauf bestimmter Produkte beobachten. Auch vom niederländischen Gesichtspunkt aus sind eine Reihe von Gründen denkbar, weswegen Lebensversicherungen nach einigen Jahren nicht mehr relevant erscheinen mögen. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn die ursprünglichen Risiken wegfallen (Verkauf der Firma, Partner verfügt über ausreichendes eigenes Einkommen, Kinder sind aus dem Haus) bzw. weil in der Zwischenzeit ein ausreichendes Privatvermögen aufgebaut wurde, um zukünftige finanzielle Belastungen zu decken. Es ist dann sinnvoll, sich den in der Police aufgebauten Wert auszahlen zu lassen und in andere Anlageformen zu investieren.

Hiermit schneiden wir den zweiten Faktor an, der das Entstehen des Marktes erklärt. In den Vereinigten Staaten liegen die Rückkaufwerte sehr niedrig. Im Jahre 2002 betrug der Rückkaufwert von Policen mit einem Nennwert von 1,6 Milliarden US $ lediglich 95 Mio. US $, also lediglich 5,9 %. Diese niedrigen Rückkaufwerte (‚cash surrender values') und der weitaus höhere wirtschaftliche Wert der Policen sind Gründe für das Entstehen des Life Settlement-Sektors. Dieser Sektor hat in der Zwischenzeit durch die Vermittlung zwischen Verkäufern und Anlegern eine wichtige wirtschaftliche Funktion erlangt.

Schließlich können medizinische Faktoren einige Jahre nach Abschluss einer Police die Lebenserwartung und damit den wirtschaftlichen Wert einer Police beeinflussen, wohingegen der Versicherer diese Veränderungen in der Prämienermittlung nicht mehr berücksichtigt.


Der Life Settlement-markt

Wenngleich in den letzten Jahren die Anzahl institutioneller Anleger spektakulär gestiegen ist, ist der Handel in Life Settlements immer noch ein im Aufschwung befindlicher Markt. Schätzungen gehen davon aus, dass ca. 8 % der amerikanischen Bevölkerung ausreichend über die Möglichkeit informiert sind, die Police zu verkaufen. Es bedarf keiner weiteren Erklärung, dass vor allem wohlhabende Senioren (mit ihren Beratern) als erste ihre Policen zum Kauf anboten. Diese Entwicklung weitet sich langsam auf breitere Kreise der Bevölkerung aus. Der durchschnittliche Ausschüttungswert der gehandelten Policen beträgt Schätzungen zufolge noch stets ca. 2 Mio. US %. Dies ist ein deutliches Indiz, dass der Markt noch ein Wachstumspotenzial im Hinblick auf weniger große Policen und eher Mittelklasse-Amerikaner hat. Eine Studie der Wharton-Schule aus dem Jahre 2002 hat errechnet, dass der potenzielle Markt schätzungsweise 100 Milliarden US $ an Ausschüttungswert beträgt. Eine Studie von Bernstein Research kam sogar auf 160 Milliarden US $.

Zu den institutionellen Anlegern der ersten Stunde zählen u.a. Berkshire Hathaway von Warren Buffet und die American International Group (AIG). Weltweit entdeckt man das Produkt jedoch in zunehmenden Maße. Immer mehr Fonds und Vermögensverwalter legen einen Teil ihrer Dollar-Investitionen im amerikanischen Life Settlement-Markt an. Diese stark gestiegene Nachfrage nach Life Settlement-Produkten setzt die zukünftigen Ankaufsrenditen unter Druck. Gleichzeitig werden die Werte der zwischenzeitlich aufgebauten Portfolios unterstützt und gestärkt.

Das gestiegene Interesse für diese Produkte führte in den Vereinigten Staaten auch zu einer weiteren Regulierung. In nur 14 der 50 amerikanischen Staaten ist noch keine Gesetzgebung in Kraft getreten. In allen anderen Staaten gelten strenge Vorschriften für die Beteiligten, z. B. Agenten, Broker und Anbieter. Außer Brokern und Anbietern sind noch viele andere Experten nötig, um eine verantwortungsvolle Anlageentscheidung für Life Settlement-Produkte treffen zu können. Für den Zutritt zu diesem Markt sind Marktkenntnisse unentbehrlich (sowohl hinsichtlich der unterschiedlichen Sorten Versicherungen wie auch der wichtigen Parteien) wie auch Zugang zu den richtigen Einkaufskanälen und Beratern.


Branchen-Entwicklungen

Die Branche der beim Handel von Life Settlement-Produkten beteiligten Firmen wird durch LISA vertreten. Im Jahre 1995 wurde die heutige Life Insurance Settlement Association (LISA, zuvor VLSAA) als Branchenvereinigung für den damals noch sehr begrenzten Life Settlement-Sektor errichtet. Seit seinem Entstehen hat LISA sich für eine Gesetz- u. Regelgebung engagiert und im Namen der Branche mit Vertretern der Versicherungsgesellschaften auch Vereinbarungen getroffen. LISA stellt hohe Anforderungen an seine Mitglieder, sowohl hinsichtlich einer deutlichen und ehrlichen Aufklärung über Life Settlements wie auch hinsichtlich der Überprüfung der Herkunft der Mittel. Es ist schließlich auch eine amerikanische Organisation.

Auf der Website von LISA (www.lisassociation.org) finden Marktparteien und potenzielle Kunden Informationen über Life Settlements und einen Verhaltenskodex, dem sich die Mitgliederorganisationen verpflichten.

Insbesondere den Anstrengungen der LISA ist es zu danken, dass die Branche sehr schnell erwachsen wurde. Allein im letzten Jahr haben sich viele Entwicklungen vollzogen. LISA hat eine Vorreiterrolle gespielt bezüglich der Einführung von Normen und Standards für die bei LISA angeschlossenen Firmen. Verschiedene Staaten haben eine Regel- u. Gesetzgebung für Life Settlement-Produkte eingeführt oder die bereits existierende Gesetzgebung verschärft.

Eine weitere Entwicklung vollzog sich im Bereich der Buchhaltung. Bis zum Jahr 2005 mussten Betriebe ihre Investitionen in Life Settlements (zumindest buchhalterisch) auf den Rückkaufswert abwerten (der sog. ‚Cash surrender value'). Durch starke Abbuchungen nach dem Ankauf wurden Renditen auf diese Weise auf einen zukünftigen Zeitpunkt verschoben. Das einflussreiche amerikanische Financial Accounting Standards Board (FASB) hat in der Zwischenzeit beschlossen, dass Life Settlements nicht länger auf den Rückkaufswert bewertet werden müssen, sondern seit dem Jahr 2005 ihrem Marktwert entsprechend bewertet werden.

Mit dem Zustrom von stets mehr Kapital und den damit verbundenen steigenden Erwartungen, die Firmen in diesen Geschäftszweig haben, wird dieser Sektor allen Erwartungen zufolge weiter reguliert werden.


Anlage in Life Settlement-Produkte

Investitionen in Life Settlement-Produkte werden hauptsächlich von amerikanischen Pionieren auf diesem Gebiet sowie von einigen institutionellen Anlegern getätigt. Mittlerweile werden weltweit Anlagefonds mit teilweise beträchtlichem Portfolio entwickelt. Eine Entwicklung der letzten Jahre betrifft die Entstehung von Produkten in Europa, deren Renditen aus den Renditen von Life Settlement-Produkten herrühren. Ein zusätzlicher Vorteil dieser europäischer Unternehmen ist die Versteuerung der Renditen auf Grund von Steuerverträgen mit den Vereinigten Staaten im Land des Empfängers. In Deutschland sind insbesondere einige Anlagefonds führend. In anderen europäischen Ländern, worunter auch die Niederlande, kann über andere Anbieter investiert werden.


Risiken der Life Settlement-produkte

Wie alle (alternativen) Anlageformen kennen auch Life Settlement-Produkte Risiken, die der zu erwartenden Rendite entsprechen. In erster Linie muss ein Anleger sich die Frage stellen, ob das Produkt zu ihm passt. Eine Anlage in Life Settlement-Produkte bedeutet eine langfristige Wachstumszielsetzung, keine oder wenig Angst hinsichtlich des Dollars sowie keinen Zwang, die Anlage schnell zu liquidieren.

Da Investitionen in Life Settlements im Allgemeinen nicht direkt getätigt werden, sondern über einen Anbieter, ist es in erster Linie wichtig, diesen Anbieter gut einschätzen zu können. Wird der Anbieter überprüft, setzt er unabhängige externe Parteien zur Überprüfung ein, sind die Vermögen und Geldströme getrennt, usw.?

Vorausgesetzt, dass das Produkt Ihren Zielsetzungen entspricht und dass Ihr Anbieter das Produkt gut organisiert hat, ist es wichtig festzustellen, dass dieser Anbieter angemessene ‚due diligence procedures' anwendet. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf www.life-investor.eu unter „Due Diligence".

Sind der Verwalter und die Richtlinien in Ordnung, situieren sich die wichtigsten Risiken im Bereich der Laufzeit. Es ist außerordentlich wichtig, dass jeder Anleger in Life Settlements versteht, was Lebenserwartungen sind (ein statistischer Wert) und was sie vor allem nicht sind (eine individuelle Erwartung). Nähere Informationen zu Risiken lesen Sie auf dieser Seite. Für individuelle Anleger haben wir beigefügte Checkliste als Hilfsmittel erstellt.


Aussichten

Es ist nicht vorherzusehen, dass Versicherungsgesellschaften den Verkauf von Lebensversicherungsprodukten kurzfristig ändern werden. Auf diese Weise wird stets erneut ein Überschuss an Policen existieren und somit wird es den Markt für Life Settlement-Produkte weiterhin geben. Eine mögliche Abschaffung der US Estate Tax wird zu einem zusätzlichen Angebot an überflüssig gewordenen Policen führen. Zudem ist eine zunehmende Bekanntheit und Akzeptanz der Life Settlement-Produkte feststellbar. Die Erwartung ist somit begründet, dass sowohl der Markt für Life Settlements wie auch das Angebot an Policen in den nächsten Jahren noch wachsen werden.

Die wichtigsten Entwicklungen auf dem Life Settlement-Markt in den nächsten Jahren:
  • Entwicklung und Ausbreitung der Standards
  • Zunahme der Kontrolle über den Sektor
  • wachsende Fachkenntnisse der Beteiligten
  • Entwicklung neuer abgeleiteter Produkte
  • Einführung ähnlicher Produkte in anderen Ländern

Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Renditen noch sehr attraktiv. Da die Nachfrage nach Policen jedoch schneller ansteigt als das Angebot, können die Renditen unter Druck geraten. Der Markt wird darauf in absehbarer Zeit reagieren und Broker werden dann stets kleinere Policen anbieten. Dies bedeutet zwar zum einen, dass sie eine kleinere Gewinnspanne umsetzen. Für den Markt als ganzes jedoch wird hierdurch eine Angebotserweiterung erzielt, wodurch das jetzige Wachstum noch einige Zeit anhalten wird.

Die Professionalisierung des Marktes und die Verbesserung der zu erzielenden Rendite wird neue (institutionelle) Anleger locken. Infolgedessen werden sich die Renditen im Verlauf normalisieren. Gegenwärtig können Pioniere jedoch noch vom „first mover advantage" profitieren.

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