Regulierung
Der Kauf einer bestehenden Lebensversicherungspolice in den Vereinigten Staaten ist mit einer Reihe administrativer Verpflichtungen verbunden. Dies war früher anders, ist jedoch durch die rasante Entwicklung des Marktes verändert. Die meisten amerikanischen Staaten haben, einerseits auf Grund von Skandalen und andererseits auf Druck des Sektors hinsichtlich einer Regularisierung, in der Zwischenzeit einen gesetzlichen Rahmen geschaffen mit Anforderungen an die Parteien, die mit Life Settlements handeln.
Untenstehende Karte skizziert die aktuelle Gesetzgebung pro Staat:
Quelle: Life Insurance Settlement Association
Die Begleitung eines Verkäufers einer Police (in der Regel der Versicherte, auf dessen Leben die Police abgeschlossen ist) findet durch einen sog.
„Broker“ statt. Dieser Broker muss im Allgemeinen eine Genehmigung haben, die ihn verpflichtet, jederzeit die Interessen des Verkäufers wahrzunehmen. Ein Broker kontrolliert als Erster, ob die Police auf dem Markt einen Wert hat. Gleichfalls erteilt der Broker häufig den Auftrag zur Ausfertigung eines "Lebenserwartungszertifikats“, bevor er die Police im Namen des Verkäufers auf dem Markt anbieten wird. Das „Lebenserwartungszertifikat" enthält eine Prognose der noch zu erwartenden Lebenszeit des Versicherten.
Die Begleitung eines Investors, der die Police übernimmt, geschieht durch einen „Provider“ (‚Anbieter’). Auf dem Markt gibt es eine Reihe großer Spieler, wovon
Coventry First der wichtigste ist. Daneben sind
Peachtree,
Life Settlement Solutions und
Habersham auch große Anbieter auf dem Markt.
Coventry First gilt als ein recht aggressiver Marktspieler. Vor einigen Jahren strengte er gegen zwei auf dem Gebiet der Lebenserwartungen führende Institute einen Prozess an. Sie klagten vor Gericht, dass diese Institute zu niedrige Lebenserwartungen abgäben und damit der Preis zu stark anstieg, wodurch Coventry First vom Markt verdrängt würde.
Mittlerweile hat auch Coventry First sich selbst vor Gericht verantworten müssen, nachdem der Staatsanwalt Spitzer Hinweise auf Preismanipulation durch Coventry gefunden hatte.
Es gibt jedoch ausreichend Anbieter, die einer kritischen Überprüfung standhalten.
Die
Life Insurance Settlement Association („LISA”) bündelt und vertritt die meisten professionellen Unternehmen der Branche und versucht, Gesetzgebung und Normen für einen gut funktionierenden, professionellen Sektor zu fördern. Doug Head, Direktor von LISA steht im Allgemeinen gerne für Interviews und detaillierte sektorspezifische Informationen zur Verfügung.
Die Versicherer verfolgen die Entwicklung der Branche mit Argusaugen. Die einflussreiche „Bundesvereinigung der Versicherungskommissare“ NAIC (National Association of Insurance Commissioners) reicht regelmäßig neue Vorschläge zur gesetzlichen Regulierung ein, um ein weiteres Ausbreiten der Life Settlement-Branche zu verhindern. Diese Vorschläge enthalten verschiedene Elemente, z. B. größere Transparenz bezüglich der Vergütungen für Agenten, Broker und Anbieter, sowie auch einen Zeitraum von fünf Jahren nach Versicherungsabschluss, in welchem eine Police nicht mehr verhandelbar wäre.
Die Vorschläge stammen übrigens in erster Linie von dem Spin-Off der Life Settlement-Branche, dem „STOLI“. Der Begriff „STOLI“ bezeichnet das Phänomen, dass Personen Lebensversicherungen abschließen, wobei die Prämie von einem Anleger bezahlt wird, der nach einiger Zeit die Police übernimmt und somit von der Wertsteigerung profitiert.