Versicherungsverträge
Das Anlageobjekt Life Settlement ist ein Versicherungsvertrag eines willkürlichen Amerikaners, der seine Police verkauft. Um den Wert des Vertrags zu bestimmen, muss der Anleger (oder ein Fonds bzw. ein Finanzinstitut im Namen des Anlegers) diesen Vertrag genauer untersuchen.
Wichtig sind dabei Dinge wie:
- die Art der Versicherung
- der Antrag, die Bedingungen, eventuelle Konditionen
- die bereits verstrichene Laufzeit
- die Prämienfestlegung
- der Versicherer und seine Beurteilung
- andere qualitative Aspekte
Die Art der Versicherung
Es gibt verschiedene Arten Lebensversicherungsverträge. Manche Verträge beinhalten eine lebenslange Deckung, andere eine zeitlich begrenzte (z. B. 70 Jahre), manche Verträge sind Teil eines kollektiven Vertrags und werden auf den am längsten Lebenden abgeschlossen.
Es ist von großer Wichtigkeit, über die Art der Versicherung Bescheid zu wissen und zu wissen, wann welche Auszahlung erfolgt, und wie während der Laufzeit die Prämienfestlegung aussieht.
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Der Antrag, die Bedingungen, eventuelle Konditionen
Beim Abschluss der Police muss der Versicherte ein Antragsformular ausfüllen und darauf sehr viele Daten angeben, etwa medizinische und soziale Informationen, die Einfluss auf seine Lebenserwartung haben könnten. Es muss auch angegeben werden, was der Zweck der Versicherung ist.
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Die bereits verstrichene Laufzeit
Es ist wichtig, festzustellen, wann die Police abgeschlossen wurde. Seit der Entstehung von Life Settlements werden nämlich immer öfter Policen mit dem Ziel abgeschlossen, sie später zu verkaufen, und nicht, um ein wirkliches Risiko Hinterbliebener zu decken. Außerdem können Versicherer innerhalb von zwei Jahren nach Abschluss (der „contestability period“) die Police stornieren und gibt es Ausschlussgründe wie zum Beispiel Selbstmord.
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Die Prämienfestlegung
Nach der Übernahme einer Police muss der neue Eigentümer (der Anleger) die Prämien bezahlen, um zu verhindern, dass die Police verfällt. Insbesondere bei einer direkten Anlage in ein Life Settlement ist es sehr wichtig, jedes Detail der Prämienbezahlung und des Prämienrisikos zu kennen und festzustellen, wer sich darum kümmert, was im Fall einer Unternehmensschließung passiert, usw.
Wenn Sie über ein Finanzinstitut in ein Life Settlement anlegen, müssen Sie sich vertraglich absichern, dass es genügend Garantien gibt, damit die Prämien auch weiterbezahlt werden, wenn die reservierten Prämien irgendwann aufgebraucht sind und die Police noch immer nicht ausbezahlt wurde. Diese Garantien müssen Sie auch überprüfen, denn die Risiken sind hier langfristiger Natur.
Besonders, wenn Sie zusammen mit anderen, Ihnen unbekannten Personen in eine Police anlegen, sollten Sie sich im Klaren sein, dass bei nicht ausreichenden Garantien möglicherweise Sie selbst (Ihren Anteil der) Prämien nachträglich bezahlen müssen. Abgesehen davon besteht auch noch die Gefahr, dass einer Ihrer Partner das Geld nicht aufbringen kann oder will. Ihr Vertrag mit dem Finanzinstitut muss unmissverständlich bestimmen, wie diese Risiken abgedeckt sind und welche Regeln in solchen Fällen gelten.
Das Prämienrisiko bei einem Fonds unterscheidet sich in dem Sinne, dass ein Fonds Policen verkaufen kann, um Liquiditäten für die Bezahlung der Prämie freizumachen. Bei einem Fonds sind diese Überlegungen Teil der gewählten Strategie.
Über die Höhe der Prämie gibt es noch verschiedene andere Dinge zu sagen. Sie ist nicht immer so deutlich, wie es scheint.
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Der Versicherer und seine Beurteilung
Nach der Übernahme des Versicherungsvertrags ist der Versicherte als Vertragspartei faktisch aus dem Spiel. Der Anleger hat nun einen Vertrag mit der Versicherungsgesellschaft. Nun ist es so, dass Lebensversicherungsgesellschaften große und finanziell stabile Unternehmen sind, die überdies auch noch unter staatlicher Aufsicht stehen und sich bei der Verwaltung ihrer Mittel an strenge Regeln halten müssen.
Banken und Versicherungsgesellschaften sind aufgrund ihrer gesellschaftlichen Funktion die wahrscheinlich am stärksten regulierten Branchen innerhalb der Wirtschaftswelt. Dennoch ist festzustellen, dass immer noch „Unfälle“ passieren und oft ganze Versicherer daran zugrunde gehen.
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Andere qualitative Aspekte
Außer den oben genannten Aspekten einer Police gibt es noch verschiedene andere, wenn auch weniger konkrete, Überlegungen, die eine Rolle beim Kauf einer Police spielen können. Dabei kann etwa an den zuständigen Bundesstaat und dessen Rechtsprechung, den Versicherer und dessen Politik sowie verschiedene andere Faktoren gedacht werden.
Ein Faktor, der hier unbedingt erwähnt werden muss, ist der Broker/Provider, der die Police vermittelt hat. In erster Linie muss dieser eine Lizenz im Bundesstaat der Police haben. Gleich wichtig ist aber wohl das Verhältnis zu dieser Partei. Für den Anleger ist es sehr wichtig, dass der Provider eingehende Kenntnisse von den Policen hat und gründlich arbeitet. Das reduziert das Fehlerrisiko. Dennoch muss jeder Anleger immer seine eigene „Due Diligence“ ausführen oder ausführen lassen.